Sandra Dünschede

Solomord (Düsseldorf-Krimi)
(Febr. 08 - Gmeiner Verlag - 278 S - ISBN 978 3899777581 /9,90 €)

Am hellichten Tage wird in Düsseldorf die zehnjährige Michelle entführt. Wenig später wird das Mädchen tot aus der Düssel geborgen. - Alles deutet darauf hin, dass der Mörder im Kinderpornomilieu zu finden ist, aber die dortigen Ermittlungen von Kommissar Hagen Brandt und seinem Kollegen Teichert verlaufen erfolglos. Bis ein weiteres Mädchen verschwindet und der Töter durch Zufall gefasst werden kann. Doch die Zeit arbeitet gegen Brandt und sein Team, denn der Entführer weigert sich zu kooperieren und keiner weiß, wo er das kleine Mädchen versteckt hält.

  Anmerkung:
Bislang war die Autorin mit ihren Krimis erfolgreich in Schleswig-Holstein präsent. Der Wechsel nach Düsseldorf ist ihr nicht wirklich gelungen. Der Leser bekommt wenig Handlung zu lesen, dafür aber jede Menge Wartezeit auf Neuigkeiten. Diese Wartezeiten werden ständig überbrückt von Erzählungen aus dem privaten Bereich von damals und heute. Dem gesamten Krimi fehlt der Schwung, die wirkliche Liebe zum Krimi. Das kann Autorin Sandra Dünschede viel besser.
Fazit: mittelmäßiger Krimi in neuem Umfeld.

zur Geschichte:
Kriminalhauptkommissar Hagen Brandt, alleinerziehender Vater eines Teenagers hat es nicht leicht. Dazu kommt ein neuer Fall. Die kleine Michelle Röder ist verschwunden, die Mutter verzweifelt. Das kleine Mädchen ist zu einem Polizisten ins Auto gestiegen. Sofort startet eine große Suchaktion und die Hundertschaft wird eingesetzt. Im Präsidium die erste Pressekonferenz. Ratlosigkeit, kaum Ansatzspuren. Der Vater des Opfers sitzt im Knast. Ist hier das Motiv zu suchen? Handelt es sich um eine Entführung? Erste sichere Spuren führen die Beamten ins Kinderpornomilieu. Die Mutter startet einen Fernsehaufruf an die Entführer, ihre Michelle zurückzugeben. Doch Michelle ist bereits tot. Sie wird kurz e Zeit später in der Düssel gefunden. Ein Schock für die Familie, die Polizei und die Bevölkerung. - Das nächste Opfer heißt Marie Priebe und durch den Fluchtwagen kommen die Ermittler auf Frau von Seitz und ihren Sohn...

(19.08.08) ***

   
   
Nordmord (Husum-Niebüll)
(Juli 07 - Gmeiner Verlag - 323 S - ISBN 978-3899777253 / 9,90 €)

Tom Meissner und seine Freundin Marlene haben in Nordfriesland ein gemeinsames Leben begonnen, als ihr kleines Dorf erneut von einem Mord erschüttert wird - und diesmal sind sie persönlich betroffen: Die Ärztin Heike Andresen, Marlenes beste Freundin, wird tot aus der Lecker geborgen. Die Polizei tappt im Dunkeln. Ein Motiv für die grausame Tat ist nicht erkennbar, eine wirklich heiße Spur gibt es nicht - bis Kommissar Thamsen das Tagebuch der Toten entdeckt ...

  Anmerkung:
Sandra Dünschede lädt zum zweiten Mal in die Region um Niebüll und Husum ein und erzählt den Lesern einen spannenden Krimi voller Überraschungen und mit viel Flair. Mit ihren bereits bekannten Protagonisten aus dem Krimi "Deichgrab" begibt sich der Leser auf Spurensuche. Nach dem Fund der Leiche ist die Mörderjagd eröffnet und mit vielen Winkelzügen führt die Autorin die Leser auf die falschen Fährten. Gekonnt wurden weitere Protagonisten erfunden, mit einer Vita ausgestattet und in den Krimi nahtlos eingebaut. Der Krimi ist stilsicher geschrieben und liest sich ausgezeichnet.
Fazit: Krimi aus dem hohen Norden - ein gelungener Plot. Sehr empfehlenswert!

zur Geschichte:
Marlene Schumann arbeitet für das Theodor Storm Projekt und lebt mt Tom Meissner in Nordfriesland. Befreundet sind die beiden mit Haie Ketelsen, der Hausmeister an einer Schule ist. - Alles beginnt damit, das Heike Andresen, Marlenes beste Freundin eine Verabredung nicht einhält. Die Drei begeben sich auf Spurensuche. Wer sah Heike zuletzt und wo ist ihr Auto, dass sind Fragen die sie klären müssen. Das Auto finden sie in Husum und bei ihrem letzten Treffen hatte sie einen Streit mit Malte Nielsen, der Krankenpfleger ist. Dann verliert sich die Spur von Heike. - Aber Heike hat eine weitere Verabredung nicht eingehalten. Sie wollte mit Hauptkommissar Thamsen sprechen. Als die drei Freunde bei Thamsen auftauchen um eine Vermisstenanzeige aufzugeben, sind sie erstaunt über die Verabredung, können sich darauf aber keinen Reim machen. - Nachdem Marlene eine SMS von Heike erhalten hat, dass alles in Ordnung ist, fährt sie mit Tom übers Wochenende nach Amrum. - Währenddessen findet ein Angler in der Lecker-Au eine weibliche, unbekleidete Leiche. Heike Andresen. Warum musste die junge Ärztin sterben? Was für ein Geheimnis hat sie mit ins Grab genommen? Die drei Freunde und der Hauptkommissar gehen jeder Spur nach um den Mörder zu finden. Doch viele Spuren laufen ins Nichts... Verdächtige entpuppen sich als Unschuldige... und doch im Krankenhausmilieu werden Verbrechen begangen...

(06.08.07) *****

   
   
Deichgrab (Husum-Niebüll)
(erschienen September 06 - Gmeiner Verlag - 374 S - ISBN 3899776887 / 9,95 €)

Nach dem Tod seines Onkels kehrt Tom Meissner in das kleine Dorf in Nordfriesland zurück, in dem er selbst einige Jahre seiner Kindheit verbracht hatte. Als er erfährt, dass sein Onkel ein Mörder gewesen sein soll, will er herausfinden, was wirklich geschehen ist. Dabei stößt er nicht nur auf den Widerstand sondern auch auf die dunkle Vergangenheit einiger Dorfbewohner...

  Anmerkung:
"Wenn einem so viel Gutes wird beschert, dass ist sicher ein zweites Buch der Autorin wert!" Gratulation an die Autorin für eine tolle Story mit hochinteressanten Protagonisten. Der Leser sollte sich auf ein phantastisches Wechselspiel der Gefühle einlassen und sich gerne in die Vergangenheit eines kleinen, beschaulichen Dorfes zurückführen lassen. Dann wird er sich in der Geschichte sehr wohl fühlen und gerne die Wege des Hauptprotagonisten folgen. Die Spannung baut sich langsam auf und endet in einem großen Finale, dass sicher so nicht vom Leser erwartet wird. Fazit: Norddeutsche Hochspannung hinter dem Deich. Empfehlenswert!

zur Geschichte:
Tom Meissner fährt zurück in seine Vergangenheit. Einige Jahre seiner Kindheit hat er nach dem Tod der Eltern und des Großvaters bei Onkel Hannes Friedrichsen verbracht. An diese Zeit hat er keine guten Erinnerungen. Er sehr einsam. Die Kinder im Dorf mieden ihn und sein Onkel sprach wenig. Er ging jeden Abend in die Kneipe und auch dort saß er immer allein. Jetzt reist Tom aus München an um den Nachlas zu regeln. Dabei findet er wieder diese Mauer aus Schweigen und Briefe der Vergangenheit, seiner Kindheit, die er an den Großvater schrieb. Auf dem Friedhof trifft er Pastor Jensen und erfährt zum ersten Mal, dass sein Onkel Hannes einen Mord begangen hat. Er soll die 13jährige Britta Johannsen getötet haben. Ein späteres Gerichtsverfahren sprach ihn frei, aber für die Menschen im Dorf war er der Mörder. Für Tom ist diese Information ein Schock, doch auf der anderen Seite lässt sich jetzt seine einsame Kindheit in diesem Dorf erklären. In den persönlichen Unterlagen findet Tom ein Sparbuch und alte Zeitungsartikel, auch einen Schlüssel für ein Bankschließfach. Desto tiefer er in das Leben seines Onkels eintaucht, um so mysteriöser wird es. Wer bezahlte seinen Onkel? Und wofür? Das Haus wird durchsucht und ein Chaos bleibt zurück. In diesem fremden Dorf findet Tom nur einen Freund. Haie Ketelsen möchte auch die Wahrheit wissen... doch damit macht er sich auch Feinde. Seine Frau Elke, Frieda Mommsen, Broder Petersen und seine Familie... das Dorf durchlebt noch einmal die Vergangenheit, doch diesmal kommt die Wahrheit ans Licht...

 

(12.09.06) ****

   
   
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