Maria Herzog

Todesblüten (histo. Krimi) - Wilhelmshaven
(August 08 - Schardt Verlag - 144 S. - ISBN l978-3898414029 / 12,80 €)

Dunkle Geheimnisse birgt das kleine, vereinsamte Haus am Jade-Ems-Kanal nahe Wilhelmshaven, in dem der schweigsame Hinnerk Thomßen mit seiner zurückhaltenden Frau Swantje ein karges Dasein fristet. Man schreibt das Jahr 1952. Einzige Abwechslung im schwermütigen Alltagstrott ist ein gemeinsamer Kinobesuch. Vom Winde verweht lenkt zumindest Swantje von der eintönig empfundenen, kinderlosen Ehe ab. Sie träumt sich in die Figur der Scarlett und deren Liebe zu Red hinein. Plötzlich taucht ein Mann im Dorf auf, der dem Schauspieler Clark Gable sehr ähnlich sieht und vielen Frauen den Kopf verdreht, auch Swantje. Dann entdeckt der eifersüchtige Hinnerk einen ominösen Brief seines längst verstorbenen Vaters und ein Skelett unter den angrenzenden Rhododendronbüschen. In der Folge entspinnt sich ein erschütterndes menschliches Drama um Treue und Verrat, Verbrechen und Leidenschaft, Liebe und Tod.

  Anmerkung:
Autorin Maria Herzog hat einen Plot geschrieben der sich gut lesen lässt und leicht verständlich ist. Dennoch: Der Einstieg in die eigentliche Geschichte ist lang, zu lang. Es werden Ereignisse geschildert, die nicht unbedingt dazu gehören. Die ersten 50 Seiten sind mühsam, doch dann nimmt der Plot rasant an Fahrt auf und immer neue Winkelzüge bringen auch den Leser in Hochspannung. Besonders gut geschildert hat die Autorin ihre Hauptprotagonisten, die sich zwar sehr gegensätzlich bewegen, aber doch miteinander verbunden sind.
Fazit: flott geschrieben, Spannung auf den letzten Seiten.

zur Geschichte:
März 1952: Hinnerk Thomßen, Hilfsarbeiter und Ehefrau Swantje wohnen am Ems-Jade-Kanal. Mit dem Anbau von Gemüse halten sie sich über Wasser. Bruder Hermann Thomßen hat in einen Hof eingeheiratet und lebt in guten Verhältnissen. Hinnerk hat die Arbeit nicht erfunden, fehlt häufig auf der Werft, erlaubt aber seiner Frau auch nicht mitzuarbeiten. Dem Alkohol spricht er gerne zu. Für Swantje ist das Leben nicht erfüllt und sie denkt gerne an die Zeit zurück vor 5 Jahren, als Oskar Marakow häufig zu Besuch kam und ihr auch Geschenke mitbrachte. Doch dann kam er von heute auf morgen nicht mehr und sie war wieder sehr einsam. Hinnerk hatte sich seitdem verändert, war oft geistesabwesend und noch häufiger in den umliegenden Gaststätten. An einem Sonntag fand Hinnerk die Energie zeitig aufzustehen und fing an die Büsche auszugraben, damit sie noch mehr Gemüse anbauen konnten. Doch nach kurzer Zeit machte er eine grausame Entdeckung. Eine Leiche lag vor ihm und er spürte, dass er der Mörder war. Der Mörder von Oskar Marakow, der vor 5 Jahren so plötzlich verschwand. Er setzt die Stauden wieder ein und erklärt Swantje, dass er verkaufen möchte. Auf dem Dachboden in einer Truhe findet er einen geheimnisvollen Brief seines Vaters, der plötzlich alles verändert... und er macht eine weitere Entdeckung. Auf einer Dose steht "Rattengift" und da fällt es ihm wie Schuppen von den Augen. Seine Swantje vergiftet ihn langsam...

(08.07.09) ***

   
   
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© Caren Löwner