Boris Meyn

 

Totenwall (histo. Krimi) - Hamburg
(Nov. 11 - rororo Verlag - 256 S. - ISBN-13: 978-3499256318 / 8,99 €)

Die Verbrechen von Hamburg. Elbtunnel, Ringbahn, Mönckebergstraße: Im schwülen Frühsommer 1910 ist Hamburg eine einzige Baustelle. Auf den Straßen tuckern die ersten Automobile, und Rechtsanwalt Sören Bischop fährt jetzt ein Kraftrad der Marke Harley-Davidson. In der Hitze scheint auch das Verbrechen zu gedeihen: Die ganze Stadt spricht von dem Raubmord im Bankhaus Goldmann, bei dem der Seniorchef brutal erschlagen wurde. Kurze Zeit später meldet sich ein alter Kunde bei Sören, ein Panzerknacker. Er gesteht ohne Umschweife den Einbruch. Ein gut bezahlter Auftrag – aber Mord, damit habe er nichts zu tun. Dann spült ein heftiger Sommerregen eine kopflose Frauenleiche an einem Bahndamm frei. Und es wird nicht die letzte sein ...

  Anmerkung:
Autor Boris Meyn hat einen spannenden und ansprechenden historischen Krimi geschrieben, der um 1910 in Hamburg spielt. Großbaustellen sorgen für Chaos auf den Straßen und für Verbrecher die Möglichkeit Leichen zu entsorgen und unterirdische Einbrüche zu begehen. Das Buch ist schlüssig geschrieben, löst am Ende alle Fäden auf. Seine Hauptprotagonisten haben einen schweren Stand, können aber Zusammenhänge erkennen und kommen Stück für Stück den Tätern auf die Spur.

Rechtsanwalt Sören Bischop kämpft nicht nur mit der täglichen Hitze, sondern auch mit dem Betrieb auf den Straßen. Zu seinem Büro braucht er lange, denn Hamburg scheint nur noch aus Baustellen zu bestehen. Spektakulär ist der Bankraub im Hause Goldmann, der den Inhaber das Leben gekostet hat. Schon bald wird Bischop von einem Verbrecher konsultiert, der ihm das Geld und Schuldverschreibungen zurück bringt, denn: mit Mord will er nichts zu tun haben. Nun ist es an Bischop das Geld der Polizei zuzuspielen, ohne seinen Mandanten und sich zu gefährden. Dies gelingt ihm, aber damit ist für ihn die Sache nicht erledigt. Er wird in eine Sonderkommisson berufen und ermittelt jetzt mit. Dabei interessieren ihn besonders die Schuldverschreibungen, die für Grundstücke sind. Und zwar ganz besondere Grundstücke. Doch auch der Fall mit den Toten Frauen ohne Kopf berüht sein Leben. Mit dem letzten Opfer hatte er gerade einen Tag in der Natur verbracht. In Hamburg brennt es an allen Ecken und Enden und da ist es gut einen Mann wie Bischop im Team zu haben.

Fazit: Spannender historischer Krimi. Empfehlenswert!

(27.12.11) ****+

   
Kontamination (Ratzeburg und Umgebung)
(Mai 11 - rororo Verlag - 336 S. - ISBN-13: 978-3499256226 / 9,99 €)

DER TOD WOHNT IN DER ELBMARSCH. SEINE HINTERMÄNNER KENNEN KEINE SKRUPEL. Nahe der alten Dynamitfabrik Nobel an der Elbe wird eine Leiche gefunden. Der Tote war Heimatforscher und Vater einer an Leukämie verstorbenen Tochter: ein unbequemer Mann. Bei der Recherche stößt Kommissar Herbst bald auf unter den Teppich gekehrten Dreck aus sechs Jahrzehnten: immer noch sehr geheim, immer noch tödlich. Und er erfährt von einem Amerikaner, der im Frühjahr 1945 mit dem Fallschirm über Feindesland absprang, einen Geigerzähler im Gepäck ...

  Anmerkung:
Autor Boris Meyn hat einen sehr ansprechenden und spannenden Krimi geschrieben, der wenig Wünsche für Krimileser offen lässt. Stilsicher und präzise erzählt er seinen Plot, der voller Rätsel und Ungereimtheiten ist und Mord beinhaltet. Im Vordergrund stehen Ereignisse rund um das Gelände Krümmel vor 40 oder vor 60 Jahren. Ermittler und Leser begeben sich auf Spurensuche, die mehr als schwierig ist.

Kommissar Herbst wird zum Kieswerk Kirst gerufen. In einer defekten Zerkleinerungsmaschine liegt ein Toter: Inger Oswald. Ein Mann mit vielen Interessen, ein Mann der unbequem für andere ist und in der Vergangenheit forscht. Seine Tochter starb vor 10 Jahren an Leukämie, von seiner Ehefrau lebt er getrennt, seine Mutter ist im Altenheim. Er selbst bewohnt ein Zimmer auf dem Hof von Florian Mischke. Er arbeitete in der Bürgerinitiative mit und recherchierte für den Heimatverein. Kommissar Herbst sucht nach einem Motiv für diese Tat und beginnt selbst in die Akten von Inger Oswald einzutauchen. Eine wertvolle Hilfe ist die Mutter des Verstorbenen, denn dort hört er eine Geschichte, die er nie für möglich gehalten hatte.

Fazit: Gute Story mit viel Hintergrundinformationen. Empfehlenswert!

(23.08.11) ****+

   
Tod im Labyrinth (Ratzeburg und Umgebung)
(Febr. 07 - rororo Verlag - 252 S - ISBN 978 3499243516 / 8,90 €)

Eine Leiche schwimmt im Elbe-Lübeck-Kanal. Und Landwirt Thor Hansen, der in seinem Dorf als Versager gilt, meldet das Verschwinden seiner Frau. Kurze Zeit später findet sich ein weiterer Toter im Sonnenblumenlabyrinth von Fredeburg. Kommissar Leif Jensen entdeckt auf der Mailbox des Mordofpers die Rufnummer seines Kollegen Gero Herbst. Der hat sie von seiner minderjährigen Tochter bekommen, die so gerne Model werden würde...

  Anmerkung:
Der Autor erzählt und erzählt und erzählt. Mit jedem Wort kommt mehr und mehr Eintönigkeit in den Plot. Es fehlt an Spannung. Alles wird erzählt als Tatsache. Dem gesamten Plot fehlt Leben und das kann auch ein gutes Ermittlerteam nicht auffangen. Teilweise wirken die Protagonisten wie Statisten und warten dringend darauf die nächste Regieanweisung zu bekommen. Am liebsten würde der Leser sie mit der Nase darauf stossen. Desweiteren erzählt der Autor von verschiedenen Fällen aus verschiedenen Orten, die am Ende urplötzlich zusammen laufen.
Fazit: Krimi ohne Spannung.

zur Geschichte:
Fährmann Hinrich Barth, seit 30 Jahren mit seiner Fähre über dem Elbe-Lübeck-Kanal unterwegs in Siebeneichen, befördert eine Wasserleiche zu Tage. Hauptkommissar Gero Herbst von der Kripo Ratzeburg übernimmt mit Oberkommissarin Cornelia Sonntag den Fall. Bei der Toten handelt es sich um Carola Hansen, Ehefrau des Landwirt Thor Hansen. Das Opfer wurde erschlagen. Eine Spur führt die Ermittler in einen Fitnessclub, wo die Tote Flirts nicht abgeneigt war. Die Eltern Schönborn können wenig zur Aufklärung beitragen, der alte Hansen erweist sich als Sturkopf. Der Ehemann der Toten, Thor Hansen, wirkt auf die Ermittler wie in Trance. Auch er kann wenig beitragen zu den Ermittlungen. Anscheinend war Carola Hansen ihre eigenen Wege gegangen. Als ein weiterer Toter gefunden wird kommt auch das LKA und das organisierte Verbrechen ins Spiel...

(08.04.07) ***

   
   
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