Norbert Sahrhage

Der tote Hitlerjunge (Bielefeld)
(März 10 - Pendragon Verlag - 248 S. - ISBN-13: 978-3865321978 / 9,95 €)

Ein grausiger Fund erschüttert die beschauliche Kleinstadt Spenge: Bei Bauarbeiten wird ein Skelett gefunden. Schon bald stellt sich heraus, dass ein Hitlerjunge im Herbst 1944 verschwand und nicht wieder aufgetaucht ist. Als Kommissar Korff glaubt den Fall des toten Hitlerjungen gelöst zu haben, muss sich das Ermittler-Team bereits mit dem Mord an einem Rentner befassen. Korff wittert einen Zusammenhang, als er herausfindet, dass der Tote als Jugendlicher Mitglied der HJ war. Doch die Ereignisse überschlagen sich: Auf den Bruder des ermordeten Rentners wird ein Anschlag verübt … Soll eine offene Rechnung beglichen werden? Die historisch sorgfältig recherchierte Geschichte bildet den perfekten Rahmen für einen tiefgründigen Krimi um vermeintliche Schuld und späte Rache.

  Anmerkung:
Autor Norbert Sahrhage ist mit seinem Krimi "Der tote Hitlerjunge" der große Wurf gelungen. Von der ersten bis zur letzten Seite ist das Buch spannend und beeindruckend. Neutral erzählend versetzt er den Leser zurück in das Kriegsjahr 1944, das letzte Aufgebot die Hitlerjugend ist gefordert. Die Alliierten rücken weiter vor und der Westfalendamm soll sie aufhalten. Illusion! Jetzt heißt es den Kopf zu retten um nach Kriegsende gut dazustehen. Deshalb lässt man das ein oder andere wichtige Dokument unter den Tisch fallen. Doch 60 Jahre später geht die Geschichte weiter und endet mit Mord. Der Leser erlebt Geschichte hautnah und durch die ausführlichen Beschreibungen kann er sich in jene Zeit hineinversetzen. Für sein Ermittlungsteam ist es schwierig nach 60 Jahren noch Zeitzeugen zu finden um die damaligen Ereignisse aufzuklären. Dennoch hat es der Autor geschafft eine Verbindung herzustellen in die heutige Zeit. Der Krimi hat viele Gesichter.

Hauptkommissar Klaus Korf wird beauftragt mit der Aufklärung der entdecken Leiche in Spenge. Aus dem Gutachten geht hervor, dass die Leiche dort bereits 60 Jahre liegt. Wo soll er anfangen mit seiner Recherche. Er wendet sich an den Journalisten Storm, mit dem er zum Heimatforscher geht und schließlich im Archiv von Spenge landet. Die Informationen sind dürftig. Er sucht einige Leute im Ort auf. Darunter auch Bernd Kemper, der kurze Zeit später in seiner Küche erschossen aufgefunden wird. Ein neuer Fall? Oder hat der Mord mit dem Leichenfund zu tun? Hauptkommissar Korf bekommt Unterstützung von zwei Kollegen und gemeinsam verfolgen sie die Spuren rund um Spenge, Bielefeld bis ins Rheinland. Doch alle Spuren führen immer wieder nach Spenge...

Fazit: Eine Story mit Tiefgang spannend erzählt. Sehr empfehlenswert!

(06.05.10) *****

   
   
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© Caren Löwner