Elke Schwab

Galgentod auf der Teufelsburg (Saarland-Krimi)
(Juli 11 - Conte Verlag - 320 S. - ISBN-13: 978-3941657397 / 12,90 €)

Ein toter Lehrer in einem Saarlouiser Gymnasium. In der Aula, vor den Augen aller Schüler und deren Handykameras. Diskretion unmöglich. Jürgen Schnur und sein Team stehen vor einem Fall, der Geduld und Fingerspitzengefühl erfordert. Schweigsame Lehrer, störrische Schüler und die verführerische Mirna erschweren die Ermittlungen. Ein zweiter Todesfall auf der Teufelsburg erhöht den Druck auf die Polizisten. Was hat es mit dem unscheinbaren Fred Recktenwald auf sich, der auf der Teufelsburg als Fremdenführer arbeitet?
Tote Lehrer, gefräßige Krähen, alte Rachegefühle und weibliche Reize stellen Jürgen Schnur, Erik Tenes und die "Neue", Andrea Westrich, vor einen nervenaufreibenden, scheinbar unlösbaren Fall. Aber auf Kullmann ist Verlass.

  Anmerkung:
Auch in diesem Jahr erfreut Elke Schwab ihre Leserschaft mit einem Krimi. Ihr bereits bekanntes Team ermittelt in einem schwierigen Fall, denn: Lehrer sind meist unbeliebt. Doch kommen wirklich Schüler dafür infrage? Ihr bereits bekanntes Ermittlerteam folgt jeden heißen Spur und ist ständig im Einsatz. Wie immer schreibt die Autorin stilsicher, gut verständlich und baut viel Spannung auf. Diese erhält sich bis zur letzten Seite.

Der Hausmeister findet einen erhängten Lehrer und vergißt die Schule zu sperren. Schüler lassen ihren Handys freien Lauf und schon bald finden die ersten Aufnahmen ins Internet. Das Ermittler-Team um Jürgen Schnur ist entsetzt. Die Spurenermittlung ist erschwert. Er flucht innerlich, nimmt aber sofort seine Arbeit auf. Doch er trifft auf eine Mauer von Schweigen oder Ahnungslosigkeit. Das kann nicht die Wahrheit sein. Auf der Teufelsburg wird nur wenig später eine tote Lehrerin gefunden. Was haben sie verbrochen und wer schwebt noch in Gefahr. Eine Spur führt zu einer ehemaligen Schülerin, eine weitere zum Fremdenführer der Teufelsburg. Beide verschwinden plötzlich...

Fazit: guter Plot mit viel Spannung. Empfehlenswert!

(30.12.11) ****

   
Das Skelett vom Bliesgau (Saarland-Krimi)
(Aug. 2010 - Conte Verlag - 300 S. - ISBN-13: 978-3941657144 / 12,90 €)

Von wegen Gras drüber gewachsen. Als Anke Deister in der Nähe von Ormesheim im Bliesgau von ihrem Pferd Rondo abgeworfen wird, landet die Kommissarin prompt auf einem Skelett, das nur oberflächlich im harten Waldboden verscharrt war. Die Knochen stammen nicht etwa aus der Keltenzeit, sondern aus den letzten zehn Jahren. War da was? Kullmanns Erinnerung gräbt einen nicht abgeschlossenen Fall ohne Leiche aus. Zwischen Saarlouis und dem Bliesgau, zwischen Saarbrücken und Zweibrücken entspannt sich ein spannendes Rätsel um Identitäten und Verwandtschaften.Mit dem kriminalistischen Personal ihrer vorhergehenden Krimis liefert Schwab wieder einen Fall mit sorgfältig recherchiertem Hintergrund und Spannung bis zur letzten Seite. Zudem gewährt sie dieses Mal einen augenzwinkernden Einblick in die Welt der Saarkrimiautoren.

  Anmerkung:
Elke Schwab treibt ihr mörderisches Unwesen weiterhin im Saarland. Mit ihren bereits bekannten Protagonisten erzählt sie einen spannenden und gut verständlichen Plot. Sie stiftet viel Verwirrung, lässt ihren Akteuren wenig Zeit zum Luftholen und lässt unscheinbare Kleinigkeiten einfließen. Der Krimi gewinnt mit jeder Seite an Fahrt und spult Verbrechen um Verbrechen ab.

Kriminalkommissarin Anke Deister nutzt ihren freien Tag für einen Ausritt. Als ihr Pferd scheut landet sie unsanft auf dem Boden und unter ihr kommt ein Skelett zu Tage. Sie informiert ihr Team und Ornesheim wird zum Tatort. Mit ihrem Ex-Chef spricht sie über das Skelett und der kann sich an einen ungeklärten Vermisstenfall erinnern. Autor Ingo Landry. Ein Ansatzpunkt für die Ermittler. Ins Spiel kommt die Erbin Sonja Fries, die Autorin Sibylle Kriebig und ihre Freundin Antonia Welsch. Gegen den Autor und seinen Freund Matthias Hobelt gab es Plagiatsvorwürfe, die aber nicht bewiesen werden konnte. Übte hier jemand Rache?

Fazit: Saarland-Krimi mit viel Flair und Ausstrahlung. Empfehlenswert!

(04.11.10) ****

   
Hetzjagd am Grünen See (Saarbrücken und Umland)
(Sept. 09 - Conte Verlag - 295 S. - ISBN-13: 978-3936950953 / 12,90 €)

Die enthauptete Leiche liegt mitten im Forstrevier von Harald Steiner auf dem Oberlimberg. Ursprünglich wollte der ehemalige Leiter eines SEK als Waldhüter von seinem letzten, auf tragische Weise misslungenen Einsatz Abstand gewinnen. Doch die Vergangenheit verfolgt ihn bis in die Tiefen des dichten Dschungels von Wallerfangen: Der Tote war in Steiners letztem Fall ein wichtiger Zeuge. Deshalb hält Kommissar Jürgen Schnur seinen ehemaligen Kollegen für verdächtig. Für Steiner beginnt der Kampf gegen einen unheimlichen Mörder, der mit weiteren Bluttaten den großen Wald zu seinem Spielplatz und ihn selbst zur Marionette macht. Was dann ans Tageslicht kommt, übertrifft alles Erwartete.

  Anmerkung:
Autorin Elke Schwab ist in der Krimiszene keine Unbekannte mehr. Auch in ihrem neuen Krimi wird sie ihrem Schreibstil gerecht und hat einen spannenden Plot für den Leser entwickelt. Mörderisch geht es zu in Wald- und Seenlandschaft.

Um von der Vergangenheit Abstand zu gewinnen wird aus dem Leiter der SEK Harald Steiner ein Waldhüter in einem großen Revier. Sein Haus steht mitten im Wald, Einsamkeit ist angesagt, doch auch Arbeit: seit einigen Monaten sind Wilderer im Revier, immer mal wieder fällt ein Schuss. Durch den Nebel irrt ein Schuss und als er sich auf die Suche macht entdeckt er eine Leiche ohne Kopf. Nur wenig später trifft er auf Kommissar Jürgen Schnur und seine Assisstentin. Es wurde ein Kopf im Wald gefunden. Steiner muss mit zur Kripo nach Saarbrücken und muss sich gegenüber Kommissar Schnur seiner Haut erwähren. Steiner spürt die Vergangenheit, sie holt ihn ein nach 15 Jahren. Sie ist brutal, überraschend und Gefahr lauert überall. Wie kann er sich und seinen behinderten Freund Mickey schützen vor den bösen Mächten im Wald...

Der Krimi wechselt ständig die Richtungen, immer neue Motive und viele Verdächtige. Der Leser begibt sich selbst auf die Jagd und muss des öfteren die Richtung wechseln. Spannungsgeladen, aber auch mit traurigen Szenen.

Fazit: guter Plot, spannend erzählt. Empfehlenswert!

(28.04.10) ****

   
Angstfalle (Saarbrücken-Krimi)
(erschienen Juli 06 - Gmeiner Verlag - 274 S - ISBN 3899776860 / 9,90 €)

Norbert Kullmann, Hauptkommissar a.D. aus Saarbrücken, wird unvermittelt in einen neuen Fall verstrickt: Die Friseuse Trixi Reuber, die in Kullmanns direkter Nachbarschaft lebt, wird von einem unheimlichen Stalker belästigt. Alle Versuche, ihn bei der Polizei anzuzeigen, schlagen fehl – Trixi wirkt unglaubwürdig, nicht zuletzt deshalb, weil sämtliche Beweisstücke auf mysteriöse Weise verschwinden. Als am Neujahrsmorgen ihre Arbeitskollegin und Freundin Käthe tot in ihrem Keller aufgefunden wird, gerät die junge Frau plötzlich selbst ins Visier der Ermittlungen. Doch die Belästigungen des aufdringlichen Verfolgers hören nicht auf und Trixis Angst wächst …

  Anmerkung:
Erneut lädt die Autorin alle interessierten Leser nach Saarbrücken ein. In einer teilweise winterlichen Landschaft erlebt der Leser einen Psychothriller vom Feinsten. Mit unglaublichen Taten eines Stalkers zieht die Autorin einen roten Faden durch dieses Buch. Die Hauptprotagonisten hat vom ersten Moment an die Sympathien des Lesers, der ihr oftmals gerne hilfreich zur Seite springen würde. Aber, die Autorin hat wie so vielen Protagonisten dieses Buches, auch ihr mehrere Lebenszüge eingehaucht und die zeigen an einigen Stellen keine Skrupel. Dieses Buch lässt den Leser nicht mehr los und er folgt atemlos bis zur letzten Seite.
Fazit: Starker psychologischer Aufbau, mit Gruseln und Hysterie. Empfehlenswert!

zur Geschichte:
Trixi Reuber bewohnt das Haus ihrer Eltern, das etwas abseits liegt. Sie arbeitet als Frisöse und ihre Kollegin Käthe ist eine gute Freundin. Doch ihr Leben hat auch Schattenseiten: Endlich hat sie es geschafft dem aufdringlichen Bruno Dold zu entkommen, bereitet ihr der Paketdienstfahrer Roland Berkes schlaflose Nächte. Vor der Haustür liegen Geschenke und Blumen, ständig überfällt er sie mit Essenseinladungen. Als es ihr zu bunt wird, wendet sie sich an die Polizei. Doch dort hat sie schlechte Karten. Es fehlt an den Beweisen. Trixi versucht nun bei den weiteren Anschlägen diese zu sammeln. Aber der Täter ist schlau. Immer wieder schafft er es diese kurz vorher verschwinden zu lassen, sogar aus ihrem Haus. Das Leben von Trixi gleicht einem Albtraum, aus dem sie niemand retten kann. Vor Weihnachten kann sie ihre Kollegin Käthe überreden bei ihr einzuziehen und damit kommt auch Ruhe in ihr Leben zurück. - Hauptkommissar d.D., Norbert Kullmann hat in diesen Tagen nur einen Gedanken. Der Nachwuchs von Anke Deister. Über die Feiertage haben seine Frau und er die Kripobeamtin aus dem Krankenhaus geholt, damit sie nicht so einsam ist. Kullmann wohnt in der Nähe von Trixi Reuber und ein paar Mal macht er einige merkwürdige Beobachtungen. Außerdem kommt ihm die Nachbarin fahrig vor. - Am Neujahrstag wird er Zeuge, wie Trixi die tote Freundin im Keller ihres Haus findet. Für Trixi bricht eine Welt zusammen, die sich erst etwas beruhigt als Fritz Lörsch in ihr Leben tritt... und für Kullmann beginnt eine nachdenkliche Zeit, in der er versucht die Ereignisse um die Nachbarin zu verstehen...

(22.01.07) ****

   
   
Großeinsatz
(erscheint Juli 05 - Gmeiner Verlag - 373 S - ISBN 3-89977-652-6 / 9.90 EUR)

Kaum hat Hauptkommissar Dieter Forseti die Nachfolge von Norbert Kullmann im Landeskriminalamt Saarbrücken angetreten, muss er einen rätselhaften Fall bearbeiten.
Am Stadtrand von Saarbrücken wird eine verkohlte Frauenleiche in einem ausgebrannten Autowrack gefunden. Forseti geht von einem Unfall mit Fahrerflucht aus. Nur Anke Deister, früher engste Mitarbeiterin von Kullmann, glaubt nicht an diese einfache Lösung des Falls – zu viele Anzeichen sprechen dagegen. So beginnt sie auf eigene Faust zu ermitteln und stößt dabei auf immer neue Ungereimtheiten. Und ohne es zu ahnen bringt sich die Polizistin selbst in tödliche Gefahr …

  Anmerkung:
Die Autorin bietet mit ihrem Saarbrücken-Krimi ein Verwirrspiel par excellence. Der Leser geht mit den Protagonisten auf Mörderjagd und begibt sich mit ihnen in Gefahr. Atemlos und voller Verspannung verfolgt der Leser in die einzelnen Szenen, die sich in dunklen Kellern, auf glatten Hochhäusern und Arztpraxen abspielen. Ungewöhnlich, aber sicher nicht unvorstellbar ist die schwangere Kommissarin Anke Deister, die trotz des zugeteilen Schreibtischjobs immer wieder in den heißen Szenen zu finden ist. Dabei geht es mehrfach um Leib und Leben für die werdende Mutter. Aber die Autorin hat ihr ganz persönlich einen Schutzengel zu Seite gestellt, so dass der Leser immer wieder aufatmen kann. Erstaunlich auch die Unverträglichkeit des Ermittlungsteams. Zickenalarm an allen Ecken und Enden und ein Hahn im Korb, der um seine Ausstrahlung weiß. Am Ende des Buches bekommt der Leser die Auflösung des Falles, aber auch die Auflösung des Teams.
Fazit: Saarbrücken hält den Atem an, wenn Autorin Elke Schwab ihre Mörderjagd beginnt. Empfehlenswert!

zur Geschichte:
Die schwangere Kommissarin Anke Deister hat Bereitschaftsdienst. In der Nacht ruft sie der Kollege Erik Tenes an. Es hatte einen Unfall mit tödlichem Ausgang gegeben und es gab Unklarheiten. Doch sie hatte Glück. Der Kollege wollte alleine zum Tatort fahren und dies später vertuschen. Anke war dankbar und schlief wieder ein. - Am Morgen ist sie vor dem Chef Dieter Forseti, der gerade erst die Abteilung von Kullmann übernommen hatte und als prinzipientreu galt, im Büro und sprach alles wesentliche mit Tenes ab. Unfall ereignete sich in einer S-Kurve. Das Auto war ausgebrannt, auf dem Beifahrersitz einen Frauenleiche. Bei der Toten handelt es sich um Sybille Lohmann, Witwe. Der Unfall wurde gemeldet von Emil Tauber. - Zur Besprechung kommt Dieter Forseti und seine Mitarbeiterin Claudia Fanroth, sowie die Kollegen Jürgen Schnur und Esther Weis. Er hört sich den Unfallhergang an, hält es aber für fraglich, ob es sich hier um Mord handelt. Anke Deister muss Büro bleiben aufgrund ihrer Schwangerschaft. Die Kollegen ermitteln im Umfeld der Toten. Der Ehemann starb am 11. September in New York, der Sohn Sven Koch hatte zwar Streit mit seiner Mutter, aber reicht das für einen Mord? - Am nächsten Tag steht für Anke der Besuch bei ihrer Hebamme an. Susi Holzer hat aber andere Sorgen. Sie erhält Drohanrufe von einem Mann. Er weist auf die Autofahrt in der Sonntagnacht hin. Mit ihren Freundinnen Annette Fellinger und Rita Rech hatte sie eine private Party besucht und die Heimfahrt nicht mehr ganz nüchtern angetreten. Sie hatten aufblendende Scheinwerfer gesehen, aber diese für Sternschnuppen gehalten. Drängte Susi Holzer in dieser Nacht das Fahrzeug von Sybille Lohmann ab? Obwohl ihr Chef den Fall schon bald einstellen will, gibt Anke keine Ruhe. Eine hohe Lebensversicherungssumme ist verschwunden, Thomas Fellinger hasst Susi Holzer und Annette Fellinger verschwindet in die Schweiz. Anke und Erik geraten in Gefahr, als sie den Zeugen Emil Tauber nochmals aufsuchen und im Krankenhaus verstirbt der Zeuge...

(20.10.05) ****

   
   

 

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