Jean Wiersch

 

Havelwasser (Brandenburg-Krimi)
(Juni 07 - Prolibris Verlag - 235 S - ISBN 978 2925263450 / 12,00 €)

Mitten in Brandenburg, am Havelufer, wird die Leiche eines Geistlichen gefunden. Kein leichter Fall für Manzetti, Kriminalbeamter mit halbitalienischer Abstammung, jedoch ohne katholische Erziehung, sieht er sich bei seinen Recherchen doch schnell einem von der Kurie entsandten Aufpasser gegenüber. Mit südländischer Leichtigkeit kommt er in diesem Fall nicht weiter. Nur sein scharfer Verstand und seine gute Schulbildung helfen ihm, als der Mörder ihm am Beetzsee eine zweite Leiche regelrecht präsentiert. Die Ermordung des Lehrers ist in gleicher Weise inszeniert wie die des Diakons. - Und dann geht dem liebenswert-sympathischen Manzetti doch das heißblütige italienische Temperament durch und er gerät mit einem aalglatten Rechtsanwalt aneinander, der seine Ermittlungen behindert...

  Anmerkung:
Der Autor lässt seinen teilweise ansprechenden Krimi in Brandenburg spielen. Mit seinem Hauptprotagonisten hat er eine Figur erschaffen, die zum einen Teil liebender Ehemann und Vater ist und zum anderen ein konsequenter Ermittler, der auch vor hohen Tieren nicht zurückschreckt. Dazu gemixt hat er eine Kollegin, die mit ständigen Liebesproblemen ausgelastet ist und einen Gerichtsmediziner der dem Alkohol oft zuspricht, weichen Drogen selten. Der Autor will eine Gradwanderung mit dem Leser machen, was aber weite Strecken im Plot nicht gelingt. Neue Situationen die auftauchen leben ein bisschen vom Zufall, vom Wagemut und lassen sich in den roten Faden des Buches nicht immer einbinden. Figur Manzetti ist ein Tausendsasser der den Leser viel an seinen Gedanken und gutem Wein teilhaben lässt. Fazit: Leicht und locker zu lesen. Urlaubslektüre!

zur Geschichte:
Polizeidirektion Brandenburg: Hauptkommissar Andrea Manzetti und Gerichtsmediziner Dr. Bremer werden zu einer Leiche gerufen an die Havel. Von der Jahrtausendbrücke aus werden sie von zahlreichen Gaffern mit Blicken begleitet. Dem Opfer, dessen Identität nicht sofort geklärt werden kann, wurde die Kehle durchgeschnitten. Zurück in der Direktion beauftragt Manzetti seine Mitarbeiterin Sonja Brinkmann die Vermisstenmeldungen zu sichten und nimmt selbst einen Termin wahr bei Direktor Claasen. In der Pressemeldung soll von einem Unfall gesprochen werden, denn ein Mord schadet dem Tourismus. Manzetti hat wenig Ansatzpunkte in diesem Fall. Zarte Hände und Knie mit Schorf. Einer Eingebung folgend beauftragt er einen Mitarbeiter in den Klöstern nachzufragen, ob jemand vermisst wird. Am Fundort waren drei Penner. Um die kümmert sich Manzetti selbst und entdeckt bei ihnen ein Handy. Jetzt steht der Name des Opfers fest. Diakon Fred Weinrich aus Potsdam. Doch Manzetti rennt gegen Mauern bei seinem Vorgesetzten, der Pfarrei in Postdam und den Pennern. Er lebt und arbeitet mit Halbwahrheiten und ist ständig auf der Suche nach dem Motiv. Da wird ihm schon die zweite Leiche zu Füßen gelegt, diesmal an einem See. Lehrer Becker wurde auf die gleiche Art ermordet... Wo ist der Zusammenhang zwischen den Personen? Steckten sie in Drogengeschäften?

 

(18.07.07) ***

   
   
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